Logfiles analysieren und nutzen

Jeder, der eine Webseite betreut, sollte sich genau ansehen, woher und weshalb die User auf seine Seite gekommen sind. Mit diesem Wissen lässt sich eine Seite optimieren und mehr Traffic generieren. Doch wie kommt man an dieses Wissen?

Bei jedem Hoster wird auf dem Server eine Log-Datei angelegt, in der jeder Zugriff auf die Website dokumentiert wird. Ein Eintrag in so einem Logfile sieht so aus: (die IP-Adresse habe ich geändert)

127.0.0.1 – – [01/Apr/2008:09:28:15 +0200] „GET /google/google-1-april-hoax-2008/ HTTP/1.1“ 200 8053 „http://www.seoigg.de/google-aprilscherz-2008“ „Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; de; rv:1.8.1.13) Gecko/20080311 Firefox/2.0.0.13“

  • zuerst kommt die IP-Adresse des Users
  • dann Username und Passwort – da meine Seite ohne Login erreichbar ist, sind dort zwei Striche
  • in eckigen Klammern Zugriffszeit
  • Seite, die angefordert wurde mit Protokoll (HTTP1.1)
  • Statusnummer (200 bedeutet erfolgreiche Anfrage)
  • Menge der gesendeten Daten (8053 Byte)
  • Die Seite von der der User gekommen ist
  • und zuletzt Daten über den Browser und das Betriebssystem des Users

Mit diesen Daten alleine kann man noch nicht viel anfangen, und die Einträge wären auch viel zu zahlreich um sie ohne Hilfsmittel auszuwerten. Für diese Auswertung gibt es Logfile-Analyse-Tools, die alle Informationen übersichtlich, meist grafisch, darstellen.
Bei vielen Hosting-Paketen ist so eine Statistik online abrufbar, ansonsten, wenn kein Analyse-Tool dabei ist, gibt es noch die Möglichkeit die Logfiles vom Server herunter zu laden und lokal mit einem Analyse-Tool zu öffnen.

Eine weitere Möglichkeit, und die bei SEOs wohl am verbreitetste, ist der Einsatz von Google Analytics. Dazu muss lediglich ein Tracking-Code auf jeder Seite eingefügt werden, der Log-Daten an Analytics schickt um sie auszuwerten.
Mit diesen Daten lässt sich sehr viel über seine Besucher herausfinden. Wie lange sie auf den Seiten verweilen, wie viel Seiten sie im Durchschnitt aufrufen, welche Seiten sie aufrufen, von wo sie kommen und das Wichtigste: durch welche Suchbegriffe sie auf die Seite kommen.

Schön dass wir das jetzt alles wissen, aber wie können wir dieses Wissen zur Optimierung nutzen?

Ein Beispiel. Nehmen wir mal an ich hab nen Blog über Spielekonsolen. In den Queries sehe ich nun, dass einige Besucher über den Term „xbox 360 arcade“ auf meinem Blog gelandet sind, obwohl ich mit dem Blogpost nicht in den Top Ten bin, weil ich darauf nie optimiert habe. Was spricht also dagegen, einen Post über die Xbox 360 Arcade zu schreiben und ein wenig darauf zu optimieren, um auf Seite 1 zu kommen und somit noch mehr Besucher zu bekommen?

Gerade beim Long Tail hat man nicht viel Konkurrenz, und es reicht meist Onpage-Optimierung um nach vorne zu kommen. So kriegt man schnell, mit wenig Arbeit, mehr Besucher.

Ein weiterer Punkt, den man im Auge behalten sollte, sind die verweisenden Seiten. Ideal zum überprüfen ob die getauschten oder gekauften Links auch Besucher bringen. Es wird oft vergessen dass es beim Linktausch nicht nur um Link Juice geht, sondern auch um Traffic.

Noch ein Beispiel, wie ich auf einem meiner Blogs durch Analytics die Pageimpressions erhöhen konnte:
Ich habe festgestellt dass die User über Google immer auf die Unterseiten gelangt sind, aber meine Hauptseite so gut wie keine Views hatte. Dann habe ich den guten alten „Home“-Button eingefügt und siehe da, viele User sind auf die Startseite und haben sich noch mehr Beiträge durchgelesen.

Natürlich gibt es noch viel mehr Fälle, zu denen die Logfile-Analyse unabdingbar ist. Für den Erfolg eines Internetprojekts gehört es zur täglichen Arbeit die Logfiles zu checken.

Wer nicht alle Daten an Google schicken will, kann sich auch mal das Open Source Web Analytics-Tool Piwik anschauen. Auf der Demo-Seite kann man ein wenig damit spielen, und es sieht aus als ob es eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Google Analytics werden könnte.

12 Gedanken zu „Logfiles analysieren und nutzen

  1. hi peter,

    das ist mal ein schöner beitrag für freitag den 2.mai, der tag nach dem man gerade wieder von der männer tour zurück ins büro gekommen ist. 😉

    ich benutze auch google analytics und eine frage die mich schon immer interessiert hat: wie kann ich in analytics sehen wie oft der google bot meine seite besucht hat? ist das leicht ersichtlich oder wertet GA den google bot wie jede/n andere/n besucher/in?

    gruß, matze

  2. Hi Matze,

    Thomas sagt es ja schon, mit Analytics kannst du die Bot-Zugriffe nicht auswerten.
    In den Logfiles stehen sie aber drin und lassen sich mit anderen Tools überwachen. AWStats oder Webalizer zum Beispiel, aber die sind nicht so einfach zu installieren. Webalizer ist meistens beim Hosting-Paket enthalten.

  3. Hi Thomas, Hi speyburn,

    stimmt, da hätte ich auch mal selber drauf kommen können :-D. Aber danke dass ihr mir die Frage trotzdem beantwortet habt.

    dann muss ich mir mal den webalizer zu gemüte führen.

    tausend dank!

  4. Danke für den Hinweis auf das Open-Source-Projekt, da ich seit einiger Zeit vermute, daß mein zurückgehender Google-Traffic für bestimmte Keywords sehr eng mit Einbau von Google-Analytics zusammenhängt.

    IMHO sollte man sich gerade bei den Statistiken NICHT auf Google verlassen…

  5. Hi,

    der Artikel ist wirklich gut. Gibt es aber auch ein „Referenz-Analyse-Tool“, was einen richtig hohen Funktionsumfang hat? Ich selber nutze auch Analytics, aber manchmal ist es mir einfach zu restriktiv und gibt mir zu wenig Daten aus.

    grüße

  6. Pingback: SEO News 4 » Seokratie

  7. Pingback: incomment.net

  8. hi!

    ich fange grade an mich ein wenig mit seo und den analytics zu beschäftigen und wollte mal den PowerPhlogger auf den Markt schmeißen, der wurde mir von einem Profiseo empfohlen.
    cu ollie

  9. Danke für den Hinweis auf das Open-Source-Projekt, da ich seit einiger Zeit vermute, daß mein zurückgehender Google-Traffic für bestimmte Keywords sehr eng mit Einbau von Google-Analytics zusammenhängt.

    IMHO sollte man sich gerade bei den Statistiken NICHT auf Google verlassen…

  10. Hallo,
    ich bin eigentlich ganz zufrieden mit GA vor allem seit sie Googleadwords mit aufgenommen haben und ich von da aus sehr genau die Keywords analysieren kann.
    Bei der Optimierung habe ich ausserdem festgestellt dass wenn ich eine schon einmal Keyword optimierte Seite noch mal optimiere, aufgrund der Analyse, die obwohl schon von Google indiziert wurde, durch posten z.B. auf stumbler (mit verschiedenen accounts), der Googleboot schneller reindiziert und diese Seite sehr schnell in den Webmastertools nach oben steigt. Was evtl damit zusammenhängt das diese Seite dann über mehr backlinks von stumbler Besuchern verfügt die die Seite zu ihren favs adden.
    Eine andere Möglichkeit den traffic nach oben zu drücken ist über Tumblr, aber das gehört jetzt nicht in den treat…
    Grüße, die Flaneuse

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